Preisträger:innen 2024
Am Freitag, den 25. Oktober 2024, fand am Abend der VÖÖ-Jahrestagung „Gesellschaftliche Naturverhältnisse und Ökologische Ökonomie“ in den Räumen der ISM Stuttgart die Verleihung des Kapp-Preises 2024 statt. In seiner Eingangsrede verdeutlichte der Vorsitzende der Jury, Prof. Dr. André Reichel, die große Bedeutung dieses unabhängig vergebenen Nachwuchspreises, durch den die VÖÖ in Kooperation mit anstiftung und Selbach-Umwelt-Stiftung bereits viele vielversprechende Arbeiten – immer wieder auch abseits des wissenschaftlichen Mainstreams – ausgezeichnet und so in einen breiteren wissenschaftlichen Diskurs gebracht hat.
Unter den Einreichungen zum Thema „Gesellschaftliche Naturverhältnisse und Ökologische Ökopnomie“ wählte die Jury der VÖÖ, der Selbach-Umwelt-Stiftung sowie der anstiftung drei Preisträger:innen aus.
Folgende junge Wissenschaftler:innen wurden mit ihren Arbeiten ausgezeichnet:
Dr. Hannah Heller
„Narrative der sozial-ökologischen Transformation der Wirtschaft am Beispiel der Ernährungswirtschaft“
(Dissertation Universität Witten-Herdecke 2024)
Abstract:
Die Autorin entwickelt als transformative Wirtschaftswissenschaftlerin ein Konzept, das die Erzähltheorie mit der Wirtschaftsstil- und Transformationsforschung verbindet und dabei helfen kann, den Möglichkeitsraum der Transformation zu weiten. Anhand von 10 narrativen Interviews mit Wirtschaftsakteuren aus Staatsbetrieben, konventionellen Betrieben und transformativen Betrieben und Organisationen der Ernährungswirtschaft erforscht sie die Narrative und Metanarrative sowie die Organisationsmuster des Wirtschaftens. Sie entwickelt abduktiv drei Idealtypen: den Markttyp, den Traditionstyp und den Transformationstyp. Der Fokus der narrativen Analyse liegt dabei auf dem Transformationstyp, um die Richtung der Transformation zwischen Markt und Staat zu veranschaulichen. Die Autorin beschreibt den Wirtschaftsgeist als Kultur eines transformativen Wirtschaftsstils und entwickelt daraus einen Vorschlag für eine neue Erzählung der Großen Transformation basierend auf Resonanz, Gemeinsinn, qualitativer Freiheit und Gleichberechtigung.
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Luana Schwarz
„From idiosyncrasy to middle-range theory: synthesising knowledge from cross-cultural case studies on transitions to regenerative agriculture“
(Masterarbeit Universität Osnabrück 2024)
Abstract:
Meine Masterarbeit untersucht, wie transformative Prozesse hin zur regenerativen Landwirtschaft (RL) gelingen können, und entwickelt dafür einen neuen, kontextsensitiven Analyse- und Syntheserahmen. Dieser Rahmen verknüpft eine Multi-Ebenen-Perspektive, sozial-ökologische Action Situations und transformative Lernprozesse und wurde anhand empirischer Forschung in Costa Rica, den Niederlanden und Deutschland angewandt. Die Ergebnisse zeigen drei Haupt-Transformationspfade – gemeinschaftliches Lernen, Anpassung kommerzieller Systeme und nachhaltige Regionalentwicklung – und verdeutlichen die zentrale Rolle von regionalen Gemeinschaften und landschaftszentriertem Lernen für die RL-Bewegung.